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Jena handelt nachhaltig

Die Stadt Jena präsentiert sich als eine internationale und weltoffene Stadt. Es gibt viele von unten gewachsene Initiativen, die sich mit fairen Themen, sowie nachhaltige Konsum und Klimaschutz beschäftigen und eine hervorragende Arbeit leisten. Gemeinsam auch mit den aktiven entwicklungspolitischen Akteuren richtet die Stadt Jena ihren Schwerpunkt auf den Ausbau der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit. Dazu gehören im Kern die Förderung des Fairen Handels, lokaler entwicklungspolitisch orientierter Bildungsaktivitäten und die enge Zusammenarbeit im Rahmen der Städtepartnerschaften im globalen Süden. Hier sei besonders die Städtepartnerschaft zu San Marcos in Nicaragua erwähnt.

Als erster Kindergarten in Jena erhielt die DRK-Einrichtung "Sternschnuppe" am 13.06.2019 offiziell das Zertifikat "Faire Kita" überreicht. Damit ist sie auch die erste Faire Kita in Thüringen gewesen. Der Titel wird von der Projektstelle "Faire Kita" des Netzwerkes "Faire Metropole Ruhr" für vorerst drei Jahre vergeben. Die Kita "Sternschnuppe" wurde nach 2022 erneut in 2025 mit dem Zertifikat "Faire Kita" ausgezeichnet und darf diese Bezeichnung weitere drei Jahre tragen. Mit der Auszeichung als "Faire Kita" werden das Engagement und die Arbeit der pädagogischen Fachkräfte gewürdigt, die sich den Themen Umwelt- und Klimaschutz, fairer Handel und globaler Frieden annehmen und den Kindern näher bringen.

Die Kita "Sternschnuppe" pflegt auch schon seit mehreren Jahren eine Partnerschaft mit der Vorschule "Maribel Molina" in San Marcos/Nicaragua, was die über zwanzigjährige Städtepartnerschaft zwischen Jena und San Marcos zusätzlich bereichert. Die Mitarbeitenden des Eine-Welt-Haus e. V. trugen durch ihre Arbeit wesentlich zu diesem erfolgreichen Projektverlauf und der Zertifizierung bei.

Weitere Informationen zur ersten Fairen Kita in Jena finden Sie hier.

Auch die DRK-Einrichtung "Bummi" erhielt bereits 2019 das Zertifikat "Faire Kita" und in 2023 erfolgreich rezertifiziert. Gemeinsam mit dem Eine-Welt-Haus e. V. erarbeiten sie Projekte, setzen eigene Ideen zum Klimaschutz um und fördern das Bewusstsein für ein nachhaltiges und gerechtes Leben. So beteiligen sich zum Beispiel die Kinder in einem eigenen Kinderrat oder haben eine eigene "Strompolizei" zum Stromsparen gegründet.

Weitere Informationen finden Sie hier

Schuljahr 2014/15

Beginnend mit dem Schuljahr 2014/15 wurde in den Städten Erfurt, Weimar und Jena ein gemeinsames Nachhaltiges Hausaufgabenheft (Möhrchenheft) für alle Grundschüler kostenlos angeboten. In Jena konnten 3700 Hefte an die Schulen verteilt werden, die es verwenden wollten. Kindgerecht aufbereitete Themengebiete in den Bereichen Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Fairer Handel sollen informieren, sensibilisieren und begeistern. Die Kinder können diese Themen mit ihrem Schulalltag verbinden und dort oder zu Hause aufgreifen. Das Maskottchen "Kiki Karotte" führt durch das Heft.

Im Juni 2014 erhielt das Heft den Klimaschutz-Preis der Klimaschutzstiftung Jena-Thüringen. Auch auf Bundesebene hat das Projekt bereits Interesse geweckt. Als beispielhaftes Bildungsprojekt für nachhaltige Entwicklung hat es 2015 das "Werkstatt N Qualitätssiegel" erhalten, das für ausgezeichnete Nachhaltigkeitsinitiativen steht. Das Qualitätssiegel wird vom Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung vergeben.   

Schuljahr 2015/16

Für das Schuljahr 2015/16 wurde eine weitere Auflage realisiert, diesmal mit dem Schwerpunkt "Fairer Handel".

Schuljahr 2016/17

An der dritten Auflage zum Thema "Energie und Klima", die für das Schuljahr 2016/17 erarbeitet wurde, beteiligten sich neben den Städten Erfurt, Jena und Weimar auch der Ilm-Kreis sowie die Stadt und der Landkreis Nordhausen. Damit erreicht das Möhrchenheft immer mehr Grundschulen in Thüringen.

Schuljahr 2017/18

Für das Schuljahr 2017/18 konnte nunmehr die vierte Auflage zum Thema "Biodiversität" realisiert werden. Neben den bereits beteiligten Städten und Landkreisen nahmen auch die Stadt und der Landkreis Gotha teil. Hinzu kommen auch interessierte Lehrer und Eltern aus anderen Orten, die das Heft bei Bekannten gesehen haben und es unbedingt haben möchten.

Schuljahr 2018/19

Für das Schuljahr 2018/19 gab es wieder eine Auflage zum Thema "Umwelt". Das Möhrchenheft wurde für den Publikumspreis 2017 des Deutschen Lokalen Nachhaltigkeitspreises (ZeitzeicheN-Preis) nominiert und hat auch eine eigene Webseite erhalten.

Schuljahr 2019/20

Die neue Auflage für das Schuljahr 2019/20 wurde zum Thema "Fairer Handel" erstellt und konnte erst vor Schulbeginn geliefert werden und nicht wie gewohnt bereits vor den Ferien. Es gab produktionsbedingte Verzögerungen, die wir leider nicht beeinflussen konnten.

Schuljahr 2020/21

Für das Schuljahr 2020/21 ist wieder eine Auflage zum Thema "Energie und Klimaschutz" erarbeitet worden und bereits an die Jenaer Schulen, die Bedarf angemeldet hatten, verteilt worden. So können die Kinder erfahren, wie wichtig ein gutes Klima-Gleichgewicht ist, wofür überall Energie benötigt wird und wie sie eingespart werden kann.

Schuljahr 2022/23

Für das Schuljahr 2022/23 beinhaltet das Heft auch eine Sonderseite über "Moore", ein Thema der Stiftung Naturschutz Thüringen. Auf 10 illustrierten Themenseiten werden die Inhalte ansprechend gestaltet und mit Spaß vermittelt. So können die Kinder erfahren, von wo die Schokolade kommt, wie der Strom in die Lampe gelangt, was mit einer Plastiktüte im Meer passiert, oder auch, welche regionale und saisonale Früchte und Gemüse in welchem Monat reif sind. Auch Themen wie „Tierhaltung und bewusste Ernährung“, „Mobilität und Schulweg“, „Urban Gardening“ oder „Besitz, Teilen und Schenken“ soll zu neuen Erkenntnissen und angeregten Gespräche führen. Viele Elemente sollen zudem zum Malen, Basteln, Entdecken und Stöbern anregen. So wird Nachhaltigkeit erfahrbar und bindet auch das Umfeld, Lehrer und Eltern mit ein.

Schuljahr 2023/24

Wie informiert man Grundschüler zu nachhaltigen Themen? Was genau versteht man unter fairen Handel? Wo wird meine Jeans gemacht und woher kommen Bananen? Zu diesen und weiteren Fragen wurden die Schülerinnen und Schüler der Grundschulen von Jena im Schuljahr 2023/24 umfassend durch das nachhaltige Hausaufgabenheft „Möhrchenheft“ informiert. 

Schuljahr 2024/25

Der Schwerpunkt dieser Ausgabe liegt auf dem Thema "Umwelt". So wird im Heft gezeigt, was Nachhaltigkeit ist, warum Plastik auf den Magen schlägt und wieso Kühe auch spazieren gehen wollen. Dafür sind neben den typischen Funktionen eines Hausaufgabenheftes im „Möhrchenheft“ auch zehn Themenseiten mit einer Vielzahl an Hinweisen und regionalen Kontaktstellen sowie Spiel- und Bastelideen zur weiteren Vertiefung der Inhalte enthalten.

Schuljahr 2025/26

In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt des Möhrchenhefts auf den Themen "Klima und Energie". neben ausreichend Platz für die Hausaufgaben finden die Kinder zahlreiche Tipps zum Stromsparen, Informationen über den Unterschied zwischen Wetter und Klima sowie praktische Anregungen für einen klimaschonenden Schulweg.

Der fair gehandelte Kaffee "San Jena" ist der Stadtkaffee Jenas und sichtbares Zeichen der Städtepartnerschaft zwischen den Städten Jena und San Marcos in Nicaragua.

  • Herkunft: Kooperativen im Norden (Boaco) und im Zentrum Nicaraguas
  • Anbauhöhe: 700 – 1.200 Meter
  • Varietät: Arabica (Burbon, Caturra)
  • Geschmack: Nuss, Schokolade
  • Verfügbarkeit: gemahlen, ganze Bohne, Espresso

Das Projekt wurde von Eine Welt Haus Jena e. V. initiiert. Die Genossenschaft Cafe Chavalo aus Leipzig importiert den Städtepartnerschafts-kaffee. Da „San Jena“ direkt von den Erzeugerinnen und Erzeugern bezogen wird, entfällt der Zwischenhandel. So wird sichergestellt, dass ein möglichst großer Anteil des Verkaufserlöses unmittelbar bei den Produzierenden ankommt.

Neben diesen Vorteilen verfolgen die Projektverantwortlichen einen hohen sozialen Anspruch: Mit dem Städtepartnerschaftskaffee erhalten Konsumentinnen und Konsumenten nicht nur ein geschmacklich überzeugendes Produkt, sondern auch ein fair und nachhaltig erzeugtes sowie umweltfreundlich transportiertes Getränk. Darüber hinaus unterstützt der Kauf von „San Jena“ die Schulausbildung junger Menschen in San Marcos (Nicaragua).

Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Am 04.11.2016 wurde in der Jenaplan-Schule die Jenaer Stadtschokolade offiziell vorgestellt. Bei der Einweihung präsentierte die Filialleiterin des CONTIGO Fairtrade Shops, die neue Schokoladentafel, die von Beginn an unter fairen Handelsbedingungen hergestellt wird.

Die Idee einer Stadtschokolade, die in anderen Städten der CONTIGO-Gruppe bereits erfolgreich umgesetzt wurde, sollte auch in Jena verwirklicht werden – allerdings mit einer besonderen lokalen Note. Daher wandte sich CONTIGO an die Jenaplan-Schule mit der Bitte, das Verpackungsdesign von Schülerinnen und Schülern entwerfen zu lassen. Trotz des engen Zeitrahmens zwischen Herbstferien und Weihnachtsgeschäft nahmen die Jugendlichen die Herausforderung mit großem Engagement an und arbeiteten teils sogar in ihrer Freizeit weiter.

Aus zahlreichen kreativen Entwürfen wurde schließlich das Motiv von Floris Hansberg ausgewählt. Ihr Design zeigt Jena so, wie sie ihre Heimatstadt empfindet: jung, lebendig, lebensfroh – und mit dem Paradiespark als grüne Oase im Herzen. Das Siegerbild ziert seither die Verpackung der Jenaer Paradies-Tafel.

Gefertigt wird die Schokolade in der österreichischen Manufaktur Zotter, die eigens für Jena eine besondere Komposition entwickelt hat. So vereint die Paradies-Schokolade feinen Geschmack, künstlerische Kreativität und die Werte des Fairen Handels – eine süße Visitenkarte für Jena.

Nachhaltigkeit bedeutet, die langfristigen Folgen und Auswirkungen des eigenen Handelns in die eigenen Entscheidungen einzubeziehen. Nachhaltigkeit bedeutet Respekt und Verantwortung gegenüber unserer Zukunft zu beziehen. Das Ziel, nachhaltig zu agieren hat sich auch die Stadt Jena auf die Fahne geschrieben. Aus diesem Grund wurden Handlungsfelder und Maßnahmen entwickelt, die dazu beitragen sollen, die Nachhaltigkeit zu fördern. Jena ist auch schon seit 2012 Fairtrade-Stadt, ein Titel, der uns stets neuen Ansporn gibt, die Welt etwas gerechter zu gestalten.

Unser Alltagshandeln beeinflusst nicht nur das lokale Leben, sondern wirkt sich auch auf das Klima, die Natur, die Tiere und Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen weltweit aus. Durch unseren individuellen Nachhaltigen Konsum unter Beachtung der sozialen und ökologischen Aspekte beim Kauf und Nutzung von Produkten und Dienstleistungen können wir täglich zu einer globalen, nachhaltigen Entwicklung beitragen. Das bedeutet unter anderem, bewusst, fair, saisonal und regional einzukaufen sowie Konsumalternativen, wie beispielsweise Foodsharing oder Reparatur-Initiativen, zu nutzen. Verantwortlicher und nachhaltiger Konsum bedeutet auch so zu leben und einzukaufen, dass es uns und anderen auch in Zukunft gut geht.

Eine Möglichkeit dazu bietet die kostenfreie Jenaer Wandelkarte. Der digitale Stadtplan bietet einen umfassenden Überblick über nachhaltige, faire und gemeinwohlorientierte Initiativen, Geschäfte und Begegnungsorte in Jena. Damit trägt die Karte zum nachhaltigen Wandel der Stadt bei und unterstützt den Weg Jenas zur Klimaneutralität bis 2035 – ganz praktisch im Alltag. Sie zeigt Wege auf, persönliche Bedürfnisse ressourcen- und klimaschonend zu erfüllen und macht nachhaltigen Konsum leichter zugänglich. Um dieses Ziel zu erreichen, werden Initiativen und Angebote, Orte und Austauschmöglichkeiten erfasst und kartiert. Die Wandelkarten wurden schon 2016 von einer Gruppe junger Menschen ehrenamtlich erdacht und als Druckerzeugnis für die Städte Erfurt, Weimar und Jena umgesetzt. Inspiriert davon entstand kurz darauf die inzwischen bundesweit bekannte „Karte von Morgen“. Die neue Wandelkarte gehört zu einem vernetzten Karten-Ökosystem. Das digitale Wandelkarten-Projekt entsteht im Kern zusammen mit der  Thüringer Nachhaltigkeitskarte, die „Karte von Morgen“ und der Stadt Erfurt und der Stadt Weimar.

Wer macht meine Mode? Was macht meine Mode mit mir? Müssen wir jede Mode mitmachen? Wo wird meine Kleidung hergestellt und welche Arbeitsbedingungen herrschen dort?

Das Eine-Welt-Netzwerk Thüringen e. V. und die Agentur Nachhall versuchen bei verschiedenen Veranstaltungen diesen Fragen mit Vorträgen, Filmen und Diskussionen zu begegnen.

Im Jahr 2015 fand zu Beginn der 4-monatigen Aktion "Fashion Protest Jena" von Januar bis April, am 19.01.2015 im Haus auf der Mauer ein thematischer Einstieg zum Thema "Textil global" statt. Inhaltlich folgte nach einem Input von UNICEF Jena zum Thema Kinderrechte und Kinderarbeit in der Textilindustrie ein Vortrag von Anke Günther (FemNet e. V.) zum Thema Sumangali. Interaktive Elemente und eine anregende Diskussion rundeten die Veranstaltung ab.

  • Die größte Aktion war jedoch die "Klamottenkur", die dabei helfen soll, den persönlichen Gewohnheits-Über-Konsum von Bekleidung zu reflektieren und zu reduzieren. Die Empfehlung von "modeprotest" zu dieser Reduktions-Übung lautet: 50 Kleidungsstücke der eigenen Garderobe heraus suchen und den Rest für knapp 7 Wochen weg packen. Dabei soll ein Bewusstsein für den eigenen Bedarf geschaffen werden. Fordern wir uns heraus: Können wir uns dem Modediktat nach täglich wechselnden Outfits widersetzen?
  • Am 05.02.2015 gab es um 16:00 Uhr die Startaktion zur "Klamottenkur" im "Nähcafé - Kombinat für textiles Recycling" (Kassablanca Gleis 1). Nach einer kleinen Einführung zum Thema Kleiderkonsum hatten die Teilnehmer genügend Zeit, sich über den Kleidungs-Überkonsum und Minimalismus auszutauschen.
  • Am 09.03.2015 fand im EWNT eine Zwischenauswertung der "Klamottenkur" statt. Anschließend konnten die Teilnehmer einen Dokumentarfilm sehen, der die schlimmen Produktionsbedingungen in Asien aufzeigte.
  • Am 14.03.2015 wurde der Damen-Flohmarkt im SOBAEXA Coworking am Carl-Zeiß-Platz 3 durchgeführt.
  • Als bewegender Abschluss fand am 24.04.2015 anlässlich des internationalen Fashion Revolution Days ein Flashmob auf dem Holzmarkt statt.

Im Rahmen der Interkulturellen und der Fairen Woche fanden am 23.09.2016 ein Kinotag ab 20:00 Uhr im Kino am Markt mit dem Dokumentarfilm "The True Cost" und am 27.09.2016 um 19:30 Uhr in der Ernst-Abbe-Bücherei eine Autorinnenleseung mit Gisela Burckhardt zum Thema "Todschick-Edle Labels, billige Mode-unmenschlich produziert" statt (weitere Infos sind unter Links zu finden).

Im Rahmen der "Fashion Revolution Week 2019" hatte das Eine Welt Netzwerk Thüringen mit seinen Partnern wieder eine interessante Veranstaltungsreihe auf die Beine gestellt. Eine Woche lang wurde mit unterschiedlichen Aktionen, Angeboten und Formaten die Aufmerksamkeit auf die Situation der Menschenrechte und Bedingungen in der globalen Textilbranche gelenkt.

Die "Fashion Revolution Week 2020" fand wegen der Corona-Pandemie vorrangig im digitalen Raum statt. Jeden Tag vom 20. bis 26.04. wurde sich einem anderen Schwerpunktthema gewidmet, um auf die verschiedenen Aspekte und Auswirkungen der globalen Textilwirtschaft aufmerksam zu machen.

Umstellung von Einweg- auf Mehrwegverpackungen für Essen und Getränke To-Go

Zusammen mit weiteren vierzehn Thüringer Kommunen nimmt Jena ab 01.06.2022 an der thüringenweiten Informationskampagne MISSION MEHRWEG zur Umstellung von Einweg- auf Mehrwegverpackungen für Essen und Getränke To-Go teil und hilft mit, das Bewusstsein der Gastronomien und der Konsumenten zu steigern, um Ressourcen zu schonen und unsere Umwelt sauberer zu machen. Hinter MISSIONMEHRWEG steht der Verein Zukunftsfähiges Thüringen e. V. Der Verein ist eine landesweite Dachorganisation für nachhaltige Entwicklung und versteht sich als Arbeits- und Aktionsplattform für die Initiierung und Umsetzung von Nachhaltigkeitsprozessen und entsprechenden Beteiligungsmöglichkeiten.

Die Jenaer Teilnahme am MISSIONMEHRWEG ist Teil des kommunalen Engagements der Stadt Jena für mehr Umwelt- und Klimaschutz. Ziel ist es, den Verbrauch von Einwegverpackungen weiter zu reduzieren und die Nutzung von Mehrweg als einfache und wirksame Maßnahme im Alltag bekannter zu machen. Mit der Kampagne unterstützt die Stadt seit 2023 den Wandel hin zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft und rückt klimafreundliche Alternativen stärker in den Fokus.

Steigende Abfallmengen durch Takeaway-Einwegverpackungen

Speisen und Getränke zum Mitnehmen erfreuen sich nicht erst seit der Corona-Pandemie großer Beliebtheit. In Deutschland entstehen täglich nach Informationen der Bundesregierung 770 Tonnen Verpackungsmüll durch Takeaway-Einwegverpackungen. Auch die Entsorgungskosten von Einwegverpackungen von Speisen und Getränken To-Go auf öffentlichen Plätzen und in Parks steigen mit den Mengen, sowie der Energie- und Ressourcenverbrauch und die Belastung für Umwelt und Klima.

Mehrwegnutzung statt Einwegplastik

Eine Antwort auf die steigenden Abfallmengen stellen umweltverträgliche Mehrwegverpackungen dar. Mehrwegnutzung statt Einwegplastik wirkt sich auf die CO2 Emissionen aus, schützt vor dem unreflektierten Verbrauch von Ressourcen und spart nicht-recycelbares Verbundmaterial.

Die Förderung von Mehrweg ist daher ein wesentlicher Beitrag zum Umweltschutz auf kommunaler Ebene. Ein Mehrwegsystem unterstützt systematisch, dass die Verbraucher*innen Entscheidungen im Sinne der Umwelt treffen können. Nach Recherche des NABU, werden Mehrwegprodukte über 50-mal mehr benutzt und verursachen dementsprechend weniger Müll und Emissionen.

„Durch den erfolgreichen Verlauf der MISSION MEHRWEG Kampagne in der ganzen Stadt erhoffen wir uns, dass Mehrwegsysteme zukünftig auf eine größere Akzeptanz stoßen, und dauerhaft etabliert werden können, und dass viele Betriebe in Jena sich auf ein Pooling-System einigen um die Rückgabe für Kund*innen so einfach wie möglich zu gestalten“, so Bürgermeister und Dezernent für Stadtentwicklung und Umwelt, Christian Gerlitz.

Maßnahmen in Jena

Die Stadt Jena hat schon seit 2020 ein Plastikfrei-Konzept für Ihre Märkte und Feste: „Jenas Märkte und Feste plastikfrei – Unterstützung von Mehrwegsystemen und abbaubaren Materialien“ (19/2240-BV). Die Verwaltung und die Eigenbetriebe der Stadt Jena leisten mit ihren Möglichkeiten als Genehmigungsbehörde für Märkte und Veranstaltungen einen wesentlichen Beitrag zur Vermeidung von Plastikmüll.

Weiterhin wurde auch eine Webseite zum Thema Plastikfrei veröffentlicht, die die Problematik der Plastikverwendung erläutert, den Bürgern und Bürgerinnen Hinweise gibt um den Plastikverbrauch zu reduzieren und Alternativen zu Plastikprodukten zeigt.

Außerdem bietet Jena seit 2023 zusammen mit Erfurt und Weimar aktualisierte Wandelkarten. Das Ziel der Wandelkarten ist es Bedarfe und Bedürfnisse ressourcen- und klimaschonend erfüllen zu können, und damit nachhaltigen Konsum alltagstauglich und flächendeckend zu ermöglichen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden Initiativen und Angebote, Orte und Austauschmöglichkeiten erfasst und kartiert. 

Taubenhäuser reduzieren den Tierbestand und Verschmutzungen 

Seit dem Jahr 2012 wird in Jena ein Konzept umgesetzt, welches die Bestandsgröße der Stadttauben und damit einhergehende Verschmutzungen durch Taubenkot reduziert. Betreute Taubenhäuser ermöglichen die Geburtenkontrolle mittels Ei-Austausch gegen Attrappen, die fachgerechte Entsorgung des Kotes und eine Versorgung der Tiere.

Das Stadttaubenprojekt ist eine nachhaltige, tierschutzgerechte und effektive Lösung für Kommunen und Immobilieneigentümer. Die Betreibung von Taubenhäusern ist eine bewährte und tierfreundliche Herangehensweise an ein Problem, das sich nicht durch Vergrämungsmaßnahmen lösen lässt. Weiterführende Informationen erhalten Sie auf der ehrenamtlich geführten Projekt-Webseite.

Taubenhäuser in Jena

In der Jenaer Innenstadt wurde im Herbst 2024 das dritte Taubenhaus eröffnet. Dieses Kooperationsmodell wird von der Stadt Jena sowie von ansässigen Institutionen und Unternehmen finanziert.

Darüber hinaus gibt es in Jenaer Stadtgebieten fünf weitere Taubenhäuser, die privatwirtschaftlich betrieben oder ehrenamtlich betreut werden. Eine Übersicht aller betreuten Taubenschläge ist auf der Projekt-Webseite veröffentlicht. 

Erfolgreiche Umsetzung

Das Konzept zur tierschutzgerechten Reduzierung der Stadttaubenpopulation wird in Jena erfolgreich umgesetzt. So konnten in den vergangenen Jahren eine drastische Reduzierung der Verunreinigungen durch Taubenkot sowie eine Minderung der Anzahl von Tauben auf Dächern, in Fußgängerzonen und Einkaufspassagen erreicht werden. Damit verbunden ist auch eine Kostenreduzierung für Vergrämungs- und Reinigungsmaßnahmen.   

Seit Projektbeginn wurden in Jena insgesamt über 18.600 Taubeneier gegen Ei-Attrappen ausgetauscht. Aus den Taubenhäusern werden jährlich mehrere Tonnen Taubenkot entsorgt, die das Umfeld spürbar entlasten. 

Das Stadttaubenprojekt Jena wird bundesweit als beispielgebend wahrgenommen. So haben sich bereits zahlreiche Städte über die Herangehensweise und Expertise in Jena informiert.

Beitrag zur Tiergesundheit

Betreute Taubenhäuser bieten den verwilderten Haustauben eine saubere, witterungsgeschützte Unterkunft und eine artgerechte Versorgung mit Körnerfutter und Trinkwasser. Hygienische Maßnahmen unterstützen das Ziel eines stadtverträglichen, gesunden Taubenbestandes.

Wenigenjenaer Gemeinschaftsgarten

Den Wenigenjenaer Gemeinschaftsgarten gibt es seit 2021. Dafür hat die Stadt ca. 1500 m² eines Areals neben der KGA Talstein bereitgestellt (Wenigenjena-17-6/11). Die Fläche war ursprünglich für Ersatzgärten vorbereitet, wurde aber mangels Nachfrage anderweitig verpachtet und in gärtnerische Nutzung gebracht.

Weitere Urban Gardening-Projekte in Jena

  • Schillers Gartenhaus: Ein studentisches Urban-Gardening-Projekt der Universität Jena, das auf einer Seminararbeit basiert und leere Beete nutzt, um gesunde Lebensmittel anzubauen und Begegnungsräume zu schaffen. Neue Teilnehmer sind willkommen; Kooperationen mit Flussland geplant. Weitere Informationen gibt es hier.
  • Flussland: Ein Paradies für urbanes Gärtnern mit Parzellen auf Gemüseäckern, wo Ernten direkt vor Ort möglich ist – ideal ohne eigenen Garten. Blumensträuße können selbst gepflückt und bezahlt werden. Weitere Informationen gibt es hier.
  • Interkultureller Garten am Abenteuerspielplatz Jena: Der interkulturelle Garten „Buntes Gemüse“ wurde 2015 auf dem Abenteuerspielplatz gegründet. Gemeinsam mit unseren Kindern und Anwohner*innen aus der direkten Umgebung wird er von uns bewirtschaftet. Es gibt immer was zu hacken, jäten, ernten, säen, naschen, riechen, schmecken, fühlen, genießen... Weitere Informationen gibt es hier.
  • Polaris: Das Polaris Jugendbildungszentrum in Jena integriert Urban Gardening als zentralen Bestandteil seines Freiraum-Angebots. Im Garten können Besucher Kräuter pflanzen, Upcycling-Projekte starten, Möbel bauen oder einfach entspannen – mit Unterstützung bei Materialbeschaffung und Know-how. Weitere Informationen gibt es hier.

 

Insgesamt werden in Deutschland entlang der Lebensmittelversorgungskette insgesamt etwa 11 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle pro Jahr weggeworfen.

Laut dem ersten Bericht der Bundesregierung über Lebensmittelabfälle von 2022 entstand der überwiegende Anteil an weggeworfenen essbaren Lebensmitteln aus beispielsweise Schalen, Blätter, Knochen oder Kaffeesatz in privaten Haushalten (rund 59 %). Weitere 17 % Lebensmittelabfälle fielen in Restaurants, der Gemeinschaftsverpflegung oder dem Catering an, gefolgt von etwa 15 % in der Verarbeitung von Lebensmitteln, rund sieben % im Handel und ungefähr zwei % in der Landwirtschaft. In der Landwirtschaft werden überschüssige und verdorbene Lebensmittel nach einer Studie des Thünen-Instituts meist nicht als Abfall entsorgt, sondern betrieblich verwertet (Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft).

Der Bericht an die EU-Kommission wurde im Auftrag des für das Abfallrecht federführend zuständigen Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes vom Statistischen Bundesamt und mehreren Forschungsinstituten erstellt. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat diesen Prozess eng begleitet (Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft).

Foodsharing-Bewegung

foodsharing ist eine 2012 entstandene Initiative, die sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und ein nachhaltiges Ernährungssystem einsetzt. Dabei steht das Ziel, die Verschwendung von Lebensmitteln zu beenden, an erster Stelle.

Warum? Weil dabei geht es nicht nur um die Lebensmittel die weggeworfen werden, sondern auch um die Verschwendung von Energie, der zeitliche Aufwand und Ressourcen, die z. B. für Anbau, Ernte, Verpackung, Transport und Lagerung notwendig waren. Laut einer Schätzung des WWF werden 10 % aller Treibhausgasemissionen weltweit allein durch das Wegwerfen von Lebensmitteln verursacht. Die Verschwendung findet dabei entlang der gesamten Wertschöpfungskette statt: Beim Anbau, der Ernte, der Weiterverarbeitung, dem Verkauf und beim Endverbraucher.

foodsharing sensibilisiert für das Thema, bei allen Akteur*innen, mit denen die Initiative in Kontakt steht. Bei unterschiedlichen Aktionen machen wir auf die unglaubliche Verschwendung in der Gesellschaft aufmerksam und bieten Lösungsansätze an. Ziel ist es, auf persönlicher und politischer Ebene Aufklärung, Umdenken und verantwortliches Handeln anzustoßen für die Wertschätzung der Lebensmittel und mehr Nachhaltigkeit.

Über 450.000 registrierte Nutzer*innen und mehr als 100.000 Freiwillige, sogenannte Foodsaver*innen, machen die Initiative mittlerweile zu einer internationalen Bewegung. Es kooperieren über 11.000 Betriebe, bei denen bisher schon 65 Millionen Kilogramm Lebensmittel vor der Verschwendung bewahrt worden sind. Täglich finden etwa 5.000 weitere Abholungen statt.

Die Plattform foodsharing.de basiert auf ehrenamtlichem Engagement. Das Retten und Teilen von Lebensmitteln findet geldfrei statt. Dabei sorgt der gemeinnützige foodsharing e. V. als Dachverband und Betreiber der Webseite dafür, dass diese unkommerziell und ohne Werbung bestehen bleibt (Quelle: Foodsharing e. V.).

Foodsharing in Jena

In Jena organisieren etwa 150 Menschen monatlich 250 Abholungen. Die sogenannten  Foodsaver*innen retten dabei pro Woche knapp 1 t Lebensmittel und bringen diese zu den Fair-Teilern. Gleichzeitig wird in verschiedenen Arbeitsgruppen gearbeitet, um neue Betriebe zum Mitmachen zu begeistern, Bildungsarbeit zu leisten oder neue Mitglieder einzuarbeiten.

Ein Fairteiler befindet sich im Grünen Haus (Schillergäßchen 5), darüber hinaus finden wochentags öffentliche Verteilungen statt:

  • dienstags ab 16:15 Uhr, DRK-Seniorenzentrum, Ernst-Schneller-Straße 10
  • mittwochs ab 16:30 Uhr, Ortsteilrat Wenigenjena, Karl-Liebknecht-Straße 30
  • donnerstags ab 16:15 Uhr, Stadtteilbüro Winzerla, Anna-Siemsen-Straße 49
  • freitags ab 16:30 Uhr, Magdelstube, Magdelstieg 23

Weitere Informationen finden Sie auf foodsharing Jena.

Die Stadt Jena bekennt sich zu einer höheren Wertschätzung von Lebensmitteln und zur Reduktion der Lebensmittelverschwendung. Als Symbol der Partnerschaft zwischen foodsharing Jena und der Stadt Jena, haben die beiden Partner eine Motivationserklärung unterzeichnet (siehe Downloads).

Foodsharing-Medienberichte

Die foodsharing-Initiative ist hin und wieder in den lokalen Medien zu sehen und zu hören. Die Corona-Pandemie stellte auch die foodsharing-Initiative vor große Herausforderungen. Unter Links finden Sie diverse Medienberichte zur foodsharing Jena Gruppe, unter anderem mit Beiträgen zu den Aktivitäten während der Corona-Beschränkungen.

foodsharing Fair-Teiler am Magdelstieg
foodsharing Fair-Teiler am Magdelstieg

Seit 2025 fördert die Stadt Jena den Verein fairwertbar e. V. beim Aufbau eines städtischen Foodsharing-Cafés. Am Treffpunkt Fichteplatz ist so ein neuer Ort für nachhaltige Begegnung, Austausch und gemeinsames Handeln gegen Lebensmittelverschwendung entstanden.

Im Café werden regelmäßig gerettete Lebensmittel geteilt. Ergänzend finden Kochveranstaltungen, Workshops und Gesprächsformate rund um klimafreundliche und ressourcenschonende Lebensstile statt.

Mit der Förderung setzt die Stadt Jena ihre Nachhaltigkeitsstrategie und ihren Klimaaktionsplan konsequent um. Beide sehen die Unterstützung von Sharing-Initiativen und die Bereitstellung von Räumen für nachhaltige Projekte vor.

„Mit dem Format Foodsharing-Café schaffen wir nicht nur einen Ort, an dem gerettete Lebensmittel sinnvoll genutzt werden, sondern auch einen Raum für Begegnung, Austausch und nachhaltiges Handeln“, sagt Dirk Lange, Dezernent für Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Jena. „So verbinden wir Nachhaltigkeit mit gelebter Nachbarschaft und stärken das Miteinander in unserer Stadt.“

Warum Plastik ein Problem ist

Kunststoff ist aus unserem Alltag kaum wegzudenken – doch häufig wird er nur einmal verwendet. Über 40 % aller Kunststoffprodukte sind Einwegartikel. Das führt weltweit zu enormen Müllmengen. In Jena fielen 2020 pro Einwohner rund 34 kg Leichtverpackungen an. Insgesamt sammelte der Kommunalservice Jena 3.721 t ein – genug, um den gesamten Marktplatz zu bedecken.

Plastik verrottet nicht. Durch Zersetzung entstehen winzige Partikel, sogenanntes Mikroplastik (kleiner als 5 mm), das über Wind, Regen und Flüsse in die gesamte Umwelt gelangt – bis in Schneeproben der Arktis. Gelangt Plastik in Gewässer, schädigt es Tiere und Ökosysteme. Viele Meerestiere und Vögel verwechseln Plastik mit Nahrung. Mikroplastik kann zudem Schadstoffe binden, die über Tiere in die Nahrungskette gelangen.

Langzeitfolgen für den Menschen sind bislang kaum erforscht. Sicher ist: Je weniger Plastik wir verwenden, desto besser für Umwelt, Tiere und uns selbst.

Alternativen zu Einwegprodukten

Papier statt Plastik?

So einfach ist es leider nicht. Papiertüten haben keine bessere Ökobilanz:

  • Herstellung verbraucht viel Wasser und Energie.
  • Meist werden neue Fasern statt Altpapier genutzt (Tipp: auf Blauen Engel achten).
  • Stabilität erfordert mehr Material und Chemikalien.

Eine Papiertüte muss mindestens dreimal so oft verwendet werden wie eine Plastiktüte, um gleichzuziehen.

Auch „Bioplastik“ ist keine Lösung – es verrottet zu langsam und konkurriert mit der Nahrungsmittelproduktion, weil häufig bestehen diese Tüten aus Maisstärke. Mais ist zwar ein nachwachsender Rohstoff, allerdings besteht die Gefahr, dass der Anbau von nachwachsenden Rohstoffen in Konkurrenz zur Nahrungs- und Futtermittelherstellung steht. Und für ihre Herstellung ist eine beträchtliche Menge Energie notwendig. Zudem brauchen Bioplastiktüten zu lange für die Verrottung im Kompostwerk und werden deshalb faktisch nicht kompostiert und nicht recycelt

Fazit: Einwegtüten – egal aus welchem Material – am besten vermeiden oder mehrfach verwenden.

Mehrweg statt Einweg

Durch die Einführung eines Pfandes auf Einwegdosen und Einwegflaschen bei bestimmten Getränkegruppen wollte die Bundesregierung die Mehrwegquote steigern. Dieses Ziel wurde nicht erreicht. Im Gegenteil: Jahr für Jahr sinkt der Anteil an Getränken in Mehrwegflaschen. Mit 42 % lag die Mehrwegquote 2017 auf einem neuen Tiefstand. Dabei ist Mehrweg eine umweltfreundliche Alternative, nicht nur bei Einweg-Getränkeflaschen. Auch für loses Obst und Gemüse werden inzwischen häufig Mehrwegnetze angeboten.

Laut der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) sind Einwegprodukte wie To-Go-Verpackungen und Einweggeschirr Ursache für hohe und steigende Abfallmengen. Verpackungen und Geschirr aus Papier oder Pappe sind auch hier keine umweltfreundliche Alternative. Besser auch hier: vermeiden statt ersetzen.

Fazit: Wenn ein Ersatz her muss, dann für den To-Go-Kaffee den eigener Kaffeebecher mitbringen oder Mehrweggeschirr/Mehrwegbehälter nutzen.

Verpackungsmüll auf Mülltonne
Verpackungsmüll auf Mülltonne

Was wir in Jena tun können

1. Unverpackt einkaufen

Ob große Supermarktketten oder kleiner Laden um die Ecke, viele Geschäfte bieten mittlerweile Produkte ganz ohne Plastikverpackungen an. So können Unmengen an Verpackungsmaterialien für die Produkte des täglichen Bedarfs eingespart werden. Auch in Jena gibt es viele Möglichkeiten unverpackt einzukaufen. 

Lassen Sie die Umverpackungen für Obst und Gemüse oder anderer Produkte einfach im Laden. der Handel muss hierfür entsprechende Sammelboxen zur Verfügung stellen. So werden Sie nicht zum Abfalltransporteur und sowohl Handel und Hersteller müssen sich dem Problem stellen. 

Lebensmittel in Gläsern verpackt
Lebensmittel in Gläsern verpackt
2. Nachhaltig einkaufen mit langlebigen Textiltaschen

Vergessen Sie beim Einkauf nicht Ihren Stoffbeutel – denn wiederverwendbare Taschen sind ein einfacher Beitrag zum Umweltschutz. Jede Nutzung spart Ressourcen und Abfall.

Besonders umweltfreundlich sind Taschen, die lange im Einsatz bleiben: Ein Stoffbeutel wird erst nach etwa 131 Verwendungen klimafreundlicher als eine Plastiktüte – regelmäßiges Mitnehmen lohnt sich also!

Wer ungenutzte Stoffbeutel zu Hause hat, kann sie auch spenden und so zur weiteren Wiederverwendung beitragen. 

3. Refill-Stationen

Mit einer wiederverwendbaren Trinkflasche unterwegs zu sein, spart nicht nur Plastik, sondern auch Geld. Das Konzept von Refill Deutschland ist einfach: Alle Läden mit Refill-Aufkleber füllen kostenlos Leitungswasser in mitgebrachte Flaschen.

Unter dem Motto „Habe deine Trinkflasche dabei! Schütze unsere Umwelt! Trink genug Wasser! Lebe gesund! Spare Geld!“ soll Plastikmüll vermieden und unsere Umwelt geschützt werden. In Jena nehmen bereits viele Läden teil. Eine Karte aller Refill-Stationen in Jena finden Sie unter Links.

Refill-Aufkleber
Refill-Aufkleber
4. Mehrwegverpackungen

Ob beim Kaffee unterwegs, beim Mittagssnack oder beim Einkauf: Mehrweg ist immer die bessere Wahl. In Jena können Sie in vielen Cafés und Bäckereien eigene Becher oder Mehrwegsysteme wie „RECUP“, „Vytal“, „FairCup“ usw. nutzen – so landet weniger Müll in den Abfalleimern. Auch im Supermarkt lässt sich mit Mehrwegflaschen und Pfandgläsern viel Verpackung sparen. Wer konsequent auf wiederbefüllbare Alternativen setzt, schützt das Klima und stärkt regionale Kreisläufe. Am besten sind natürlich eigene Mehrwegbecher- und Behältnise.

5. Frisch kochen: Fertigprodukte vermeiden Plastikverpackungen

Selbst zu kochen ist nicht nur gesünder, sondern meist auch nachhaltiger. Frische Zutaten gibt es auf den Jenaer Wochenmärkten, in Hofläden oder in Unverpackt-Läden ganz ohne Einwegplastik. Indem man auf Fertigprodukte verzichtet, spart man Verpackungsmüll, verringert Transportaufwand und unterstützt regionale Produzenten. Außerdem macht gemeinsames Kochen Spaß und schafft Bewusstsein dafür, was wir täglich essen.

6. Kleidung länger tragen: Bewusst kaufen, Second-Hand nutzen

Mode muss nicht ständig neu sein – wer Kleidung länger trägt, spart Ressourcen und Abfall. In Jena gibt es zahlreiche Second-Hand-Shops, Kleidertauschpartys und Online-Plattformen, auf denen gut erhaltene Stücke ein zweites Leben finden. Achten Sie beim Neukauf auf langlebige Materialien und faire Produktionsbedingungen. Kleine Reparaturen oder Upcycling-Projekte verlängern die Lebensdauer Ihrer Lieblingskleidung und machen sie zu echten Unikaten.

7. Kosmetik ohne Mikroplastik 

Verzichten Sie auf Kosmetikprodukte, die winzige Plastikteilchen (so genanntes Mikroplastik) oder flüssige Kunststoffe enthalten. Diese werden z. B. in Peelings, Duschgels oder Hautcremes eingesetzt. Um Kosmetika mit Plastikpartikeln zu erkennen und zu vermeiden, laden Sie sich unsere kostenfreie ToxFox-App herunter, die Schadstoffe und Mikroplastik in Produkten mit einem einfachen Scannen des Barcodes erkennt.

8. Müll sammeln

Machen Sie mit beim jährlichen SaalePUTZ oder organisieren Sie eigene Sammelaktionen. Der Kommunalservice Jena (Telefon: 0049 3641 4989‑250; E-Mail:vertrieb@jena.de) unterstützt Sie gern mit:

  • Leih-Greifzangen, Müllsäcken und Handschuhen
  • Containern und Abholung des Abfalls
  • Umweltbildungsangeboten
  • Öffentlichkeitsarbeit für Sammelaktionen
Plastiktüte liegt in der Natur
Plastiktüte liegt in der Natur

Engagement und Bildung

Beim Kinder- & Jugend-Umweltpreis 2021 standen unter dem Motto „Weniger ist mehr – So vermeiden wir Abfall“ elf kreative Projekte im Mittelpunkt. Kindergärten, Schulen und Vereine aus Jena zeigten, wie Ressourcenschonung und Umweltschutz schon früh gelebt werden können. Presseberichte dazu finden Sie unter Links.

Gemeinsam machen wir Jena plastikfrei – Schritt für Schritt zu einer sauberen, nachhaltigen Stadt.